Momentan mache ich mir so einige Gedanken über das Thema „Alzheimer“. Für mich ist diese Thematik nicht vollkommen neu, aber ich beschäftige mich aus gegebenem Anlass sehr viel intensiver damit. Auch die Öffentlichkeit scheint sich immer mehr mit diesem Thema (oder für manche das „Schreckgespenst Alzheimer“) auseinanderzusetzen. Hat man im Alltag mit Alzheimerpatienten zu tun, dann kommt man manchmal an Grenzen und in unangenehme Situationen, die man gerne vermeiden möchte. Wie soll man sich verhalten, was soll man sagen, wie kann man helfen? Sehr häufig haben Angehörige unheimliche Schwierigkeiten sich in der Gesamtsituation zurechtzufinden.
Mir ist neulich ein sehr inhaltsvoller Zettel mit guten Denkanstößen in die Hände gefallen, den ich als sehr hilfreich empfand. Leider ist mir der Autor oder die Autoren nicht bekannt.
Gedankenanstoß – Wenn ich dement bin …
- Wenn ich dement bin, soll mein Leben einfach übersichtlich sein. Es soll so sein, dass ich jeden Tag zur gleichen Zeit das gleiche mache – auch wenn es dauert, bis ich es verstehe.
- Wenn ich dement bin, musst Du ruhig mit mir sprechen, damit ich keine Angst bekomme und nicht das Gefühl habe, dass Du böse mit mir bist. Du sollst mir immer erzählen was Du tust.
- Wenn ich dement bin, denke daran, dass es gut für mich ist, schöne Erlebnisse zu haben.
- Wenn ich dement bin, kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern, was ich gerne möchte. Dann musst Du es mit zeigen.
- Wenn ich dement bin, kann ich vielleicht nicht mehr mit Messer und Gabel essen, aber bestimmt gut mit den Fingern. Lass mich das tun!
- Wenn ich dement bin, kann ich eigensinnig und boshaft sein und schlechte Laune haben. Dann bin ich das, weil ich mich so hilflos und machtlos fühle – und das hasse ich.
- Wenn ich dement bin, bin ich leicht zu beruhigen. Nicht mit Worten, sondern indem Du ruhig bleibst und mich hältst.
- Wenn ich dement bin, verstehe ich Alternativfragen nicht. Frage kurz und mach mir nur ein Angebot.
- Wenn ich dement bin, guck mich an, berühre mich, lächle, bevor Du mit mir sprichst. Vergiss nicht, dass ich oft vergesse. Rede in normaler Lautstärke mit mir. Ich bin dement – aber nicht schwerhörig.
- Wenn ich dement bin, höre ich gern Musik. Ich habe nur vergessen, welche. Erinnere Du Dich für mich, welche Musik ich gerne gehört habe. Ich singe auch gern und kenne die Texte noch, Du musst mich nur daran erinnern und mitsingen.
- Wenn ich dement bin und schimpfe, dann geh ein paar Schritte zurück, damit ich das Gefühl habe, immer noch Eindruck machen zu können.
- Wenn ich dement bin und sage, ich will nach Hause, dann nimm mich ernst und denke daran, dass ich mich auf einer Zeitreise befinde.
DANKE